Sonntag, Oktober 21, 2007






sächsische schweiz, 10.07
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Freitag, Oktober 12, 2007










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Dienstag, Oktober 09, 2007

Epilog



Zwei Abende und einen Tag später erreiche ich mit einer beschwerlichen Zugfahrt das Herzensziel aller Pilger: Santiago de Compostela. Die Nacht ist bereits hereingebrochen, orientierungslos bleibe ich auf dem Bahnhofsvorplatz stehen. Die alte Ramona spricht mich an. Sie bietet mir gegen ein geringes Entgelt ein Bett in ihrer Wohnung. Aber trotz meiner Erschöpfung und der fortgeschrittenen Nacht zieht es mich nochmal hinaus – hinaus zur Kathedrale. Ich laufe schwitzend durch enge verwinkelte Altstadtgassen.
Plötzlich und gänzlich unvorbereitet stehe ich dann auf dem rießigen Praza do Oradoiro. Die Kathedrale angestrahlt durch gigantische Schweinwerfer übertrifft an Größe und Festlichkeit alles bisher Gesehene. Ich bin angekommen! Aber dann Verwirrung: Was bedeutet dieses „angekommen“? Wo bin ich angekommen? Bei mir selbst? Bei irgendwas? Irgendwem?
Die Gedanken schwirren und vor Erschöpfung schließe ich die Augen und lege mich auf den Boden.

Als ich wieder erwache graut bereits der Morgen, ich fühle mich leicht - fast schwerelos.

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Sonntag, Oktober 07, 2007

Abschied




Am frühen Morgen nehme ich mir auffällig-unauffällig mehr Zeit und lasse die anderen Pilger losziehen. Unentdeckt wähnend schlage ich dann den Weg zur Busstation ein. Junge Menschen in Uniformen bewerfen die Passanten mit Böllern – und ich fühle mich, als hätte ich es verdient getroffen zu werden. An der Busstation treffe ich den kleinen Belgier, seine Füße sind dick verbunden und auch er wird den Jakobsweg verlassen. Mit dem Bus in Santo Domingo angekommen, belegen wir Zimmer im besten Parador-Hotel im Ort.
Aber – und wer hätte damit rechnen können – auch die Pilgerschar schafft den – anscheinend nicht so beschwerlichen – Weg in diesen Ort. An jeder Ecke läuft man ihnen in die Arme. Neugierig möchte jeder wissen in welcher Herberge wir untergekommen sind. Verschämt verweise ich auf die Füße des kleinen Belgiers und verteidige so Einzelzimmer, Badwanne und Fernseher.

Am Abend überkommt mich der Abschiedsschmerz und ich eile in die Herbergen – durchlaufe labyrinthartige Schlafsäle, Waschsäle und Großküchen. Wo sind sie – Wo sind meine Pilger? Und mit jedem Schritt spüre ich die Distanz wachsen – und spüre, es gibt kein zurück: ich bin kein Pilger mehr!
Lady Schuh nimmt mich lange in den Arm – und schießt dann das Abschiedsfoto. In der Nacht betäube ich meinen Schmerz mit den Inhalten meiner Minibar.


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Mittwoch, Oktober 03, 2007

Das deutsche plabbermäulchen verstummt für einen moment – aber schnell fängt es sich wieder und legt mir die hand auf die schulter. Ich habe ihr gerade erzählt, dass meine tage auf dem jakobsweg zu ende gehen.
Ja – den ich habe ja nicht meine Arbeit gekündigt, mein Unternehmen verkauft oder mein hund und haus verlassen, so dass ich 4-5 wochen zeit für den gesamten weg nach santiago habe. Vielleicht konnte ich mir aber auch damals , als ich diesen „urlaub“ plante, einfach nicht vorstellen, so lange alleine einfach in nordspanien rumzulaufen .... (mittlerweile kann ich es, aber dies ist ein anderes Thema).
Nun ruht also die Hand dieses rothaarigen Energiebündels auf meiner Schulter: „Mein lieber Freund! Aber Du weißt, der Weg wird immer da sein! Wird immer auf Dich warten! Da! (sie zeigt auf mein Herz) Da spürst Du es, dass Du immer zurück kommen kannst!“.
Baff!– so richtig fällt mir keine Erwiederung ein – und ich sage einfach „Ja“


kleiner nachtrag: mit abstand klingt es vielleicht merkwürdig, aber hier gewöhnt man sich daran, dass der weg für viele aufgeladen ist mit einer tieferen bedeutung und sie sich darüber auch gerne austauschen. so z.B. heinz der unternehmer, der lernen möchte auch mal loszulassen, nicht immer alles zu kontrollieren. eigentlich hatte er sich ein schweigegelübde auferlegt - doch leider bereits nach einem tag gebrochen. als er dann timmy dem belgier auch noch ungewollt deutschunterricht erteilen will - wird allgemein geflüchtet.
manchmal - nach zuviel rotwein - wird auch in der "der camino ist auch nur ein weg" - fraktion geredet - und festgestellt "irgendwas macht dieser weg auch mit mir - ich weiß nur nicht was..!?" vielleicht einfach nur besoffen...





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Dienstag, Oktober 02, 2007

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