Das deutsche plabbermäulchen verstummt für einen moment – aber schnell fängt es sich wieder und legt mir die hand auf die schulter. Ich habe ihr gerade erzählt, dass meine tage auf dem jakobsweg zu ende gehen.
Ja – den ich habe ja nicht meine Arbeit gekündigt, mein Unternehmen verkauft oder mein hund und haus verlassen, so dass ich 4-5 wochen zeit für den gesamten weg nach santiago habe. Vielleicht konnte ich mir aber auch damals , als ich diesen „urlaub“ plante, einfach nicht vorstellen, so lange alleine einfach in nordspanien rumzulaufen .... (mittlerweile kann ich es, aber dies ist ein anderes Thema).
Nun ruht also die Hand dieses rothaarigen Energiebündels auf meiner Schulter: „Mein lieber Freund! Aber Du weißt, der Weg wird immer da sein! Wird immer auf Dich warten! Da! (sie zeigt auf mein Herz) Da spürst Du es, dass Du immer zurück kommen kannst!“.
Baff!– so richtig fällt mir keine Erwiederung ein – und ich sage einfach „Ja“
kleiner nachtrag: mit abstand klingt es vielleicht merkwürdig, aber hier gewöhnt man sich daran, dass der weg für viele aufgeladen ist mit einer tieferen bedeutung und sie sich darüber auch gerne austauschen. so z.B. heinz der unternehmer, der lernen möchte auch mal loszulassen, nicht immer alles zu kontrollieren. eigentlich hatte er sich ein schweigegelübde auferlegt - doch leider bereits nach einem tag gebrochen. als er dann timmy dem belgier auch noch ungewollt deutschunterricht erteilen will - wird allgemein geflüchtet.
manchmal - nach zuviel rotwein - wird auch in der "der camino ist auch nur ein weg" - fraktion geredet - und festgestellt "irgendwas macht dieser weg auch mit mir - ich weiß nur nicht was..!?" vielleicht einfach nur besoffen...
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